Stern über Bethlehem

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Evangelische Kirchengemeinde Hilden/ Rheinland – Erlöserkirche
Die Große Weihnachtskrippe
Anschauliche Heilsgeschichte, Glaubensbotschaft, tiefe Symbolik und liebevolle Details




die Königin von Saba

Koenigin_von_Saba_1(Figur von 2008) Es bleibt offen, ob die Königin von Saba wirklich existiert hat. Belegt ist, dass es arabische Königinnen gab, z.B. Zabibê, Königin von Aribi (744-727 v.Chr.). Der schriftliche biblische Text entstand vermutlich erst zwischen dem 6. und 7. Jahrhundert v. Chr. Es ist denkbar, dass König Salomo (961-931 v.Chr.) zwar Verbindungen zu einer arabischen Königin unterhielt, dass der Name Saba aber eingefügt wurde, um die Bedeutung Salomos durch die Verbindung mit dem damals blühenden Sabäerreich hervorzuheben.

Koenigin_von_Saba_2Besondere Bedeutung hat die Legende der Königin in der äthiopischen Geschichte. Sie wird im 14. Jahrhundert in Aksum in dem Werk „Der Ruhm der Könige“ (Kebra Nagast) festgehalten.
(unter „http://www.rootz.net/exote012.htm“ nachzulesen)

Die Königin trägt den Namen Mâkedâ und soll Salomo in Jerusalem besucht haben. Dabei soll sie mit ihm Menelik, den Stammvater der äthiopischen Könige, gezeugt haben. (In der Bibel heißt es, besucht sie Salomo, um ihn (lediglich?) auf seine Weisheit und Taten zu prüfen.) Weiter heißt es, Menelik sei später selbst nach Jerusalem gereist und habe von dort die Bundeslade mit den beiden Tafeln der Zehn Gebote nach Äthiopien entführt.

Die Dynastie der Salomoniden, die von 1270 bis 1975 über Äthiopien herrschte, führte sich auf diese Verbindung zwischen Makeda und Salomon zurück. Der letzte Kaiser Haile Selassie bezeichnete sich als 225. Nachfolger des Sohnes der Königin von Saba.


Die Königin von Saba konnte, historisch gesehen, gar nicht mit den „Drei Königen" an der Krippe Jesu erscheinen, da sie zur Zeit des Königs Salomo (961 - 931 v.Chr.) lebte. Eine historische Betrachtungsweise der Huldigung der „Könige", bzw. der „Magier" oder „Sterndeuter" jedoch wird der Erzählung des Matthäusevangeliums nicht gerecht. Dieser Erzählung geht es vielmehr um das Glaubensbekenntnis zu Jesus Christus als dem verheißenen Friedenskönig, zu dem alle Völker sich auf den Weg machen, um Ihm zu huldigen und Ihm ihre Gaben zu bringen. Zumal im Psalm 72 und bei Jesaja 60,6 ist in diesem Zusammenhang vor allem von Saba die Rede, einem Land der arabischen Halbinsel (vielleicht der heutige Yemen), das damals als sagenhaft reich galt. Sicher waren Matthäus nicht nur die beiden genannten Texte bekannt, sondern auch die Erzählung vom Besuch der „Königin von Saba" bei König Salomo im 1.Buch der Könige,10. Diese Erzählung kann man durchaus als eine Art Vorbild für die Geschichte des Matthäus betrachten:
Die Huldigung der Königin von Saba mit all ihren Schätzen findet ihre Entsprechung und Erfüllung in der Huldigung vor dem Kind von Bethlehem. Lesen Sie auf diesem Hintergrund noch einmal den Psalm und den Jesajatext und dann auch die Begegnung zwischen der Königin von Saba und König Salomo.
(Dieser Textabschnitt ist mit freundlicher Genehmigung von Herrn Heribert Graab von seiner Homepage zur Jesuitenkirche St.Michael in Göttingen übernommen.)

Der Prophet Jesaja (Kap. 60,6) verkündet über Zions zukünftige Herrlichkeit: „Alle kommen von Saba mit Gaben von Gold und Weihrauch, laut kündet das Lob des Herrn“.
Oder Psalm 72, es geht um den Friedefürst und sein Reich: „Die Könige von Tharsis… und Saba und Sheba kommen mit Geschenken und sollen vor ihm niederfallen.“

Im Buch der Könige 1, Kap. 10, findet man den Bericht des Besuches der Königin von Saba bei Salomo. Altes und Neues Testament zeigen folgende Parallele: Salomo, Gott ergeben und weise, war ein Friedefürst seiner Zeit. Im Neuen Testament ist es Christus. Wie die Königin von Saba Salomo (und damit Gott) all ihre Schätze zu Füßen legt und sich ihm gibt, bringen die Hirten, das Volk, die Magier dem Jesuskind Geschenke und huldigen ihm mit ganzem Herzen. Vielleicht sind die Magier in der Tradition deshalb zu Königen geworden, weil die Königin von Saba ihr Urbild war: wenn wir dankbar sind für den Tag der Freude und uns zu der Krippe kehren, sind wir nicht auch weise und königlich?


Mohr_3Der kleine Mohr (Figur von 2008):
Die Königin von Saba wird mit zahllosem Personal gereist sein. Dieses darzustellen würde meinen Zeitrahmen sprengen und von der Hauptsache ablenken: nicht üppiges Gefolge soll den Reichtum eindrucksvoll machen, sondern die Anbetung der reichen Königin im armen Stall ist wesentlich. Der Betrachter denkt sich ihre weiteren Begleiter: der kleine Mohr als engster Bediensteter rückt ins Bild, Träger, Bodyguards oder Führer stehen außerhalb unseres Bildfeldes in ihrer Nähe.



Kamelfuellen_2Das Kamelfüllen (Figur von 2008):
Sinnbilder für große Mengen sind in einer kompakten Krippe vielfach vertreten. Bei Jesaja heißt es, dass der Reichtum der Völker zu Zion komme. In dem Zusammenhang wird von einer Menge Kamele erzählt, jungen Kamelen aus Midan und Efa. Ein solches, stellvertretend für die ganze Menge, tritt mit der Königin von Saba auf, um den Bezug zu Jesaja herzustellen.





Mohr_mit_Affe_1Der größere Mohr mit dem Äffchen (Figuren von 2014)
Affen waren in Palästina in alter Zeit nicht beheimatet. Sie werden in der Bibel nur zweimal zum Thema „Salomos Reichtum“ erwähnt, nämlich in 1. Kön 10, 22 und in 2. Chr 9,21: „Der König Salomo hatte Tarsisschiffe, die auf dem Meer zusammen mit den Schiffen Hirams fuhren. Diese kamen in drei Jahren einmal und brachten Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen.“

Mit dem Bezug zu König Salomo tritt das Äffchen in unserer Krippe mit der Königin von Saba zusammen auf.
Der Mohr spielt mit ihm und versucht ihm Kunststücke beizubringen. Hier soll das Äffchen vielleicht gerade eine untertänige Geste nachmachen. Vielleicht streckt es nur die Hand aus, um eine Belohnung hinein gelegt zu bekommen... das überlassen wir der Fantasie des Betrachters.




trommelnde_Taenzerin_1Die Tänzerin mit der Trommel (Figur von 2015)
Trommeln sind in der Bibel gut belegt, und zwar in kultischer wie auch profaner Musik, es kann sich dabei (meist) um Rahmen- oder (seltener) um Röhrentrommeln handeln.

Trommeln sind meist wie das einfache Klatschen zur Begleitung von Gesang oder Tanz gedacht. Trommelnde Tänzerinnen und Tänzer, vor allem in kultischem Kontext, sind auch ikonographisch gut belegt.
Im ägyptischen Mittleren Reich (ab Anfang des 2. Jahrtausends v. Chr.) sind zweiseitig bespannte Röhrentrommeln auf zahlreichen Abbildungen erkennbar und werden in Texten erwähnt.


Mit der trommelnden Tänzerin als Begleiterin der Königin von Saba ist neben Blas-,Streich- und Zupfinstrumenten nun auch ein Schlaginstrument in unsere Krippe eingezogen.



Weitere Bilder:


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