Stern über Bethlehem

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Evangelische Kirchengemeinde Hilden/ Rheinland – Erlöserkirche
Die Große Weihnachtskrippe
Anschauliche Heilsgeschichte, Glaubensbotschaft, tiefe Symbolik und liebevolle Details




das Wüstenfeld

Auf dem Wüstenfeld erhalten weiter reichend auch prophetische Figuren ihren Platz, Vorläufer Jesu oder ins Heilsgeschehen involvierte Figuren aus dem Alten Testament, sowie diverse Tiere.

Die Wüste gehört im Weltbild des Alten Testaments ebenso wie das Meer zu den lebensfeindlichen, chaotischen Bereichen der Welt, die man möglichst mied. Nicht nur die extremen Temperaturen, der Mangel an Wasser und der starke Ostwind, der die wenige Feuchtigkeit fast völlig reduzierte (vgl. Hos 13,15; Hi 1,19), trugen dazu bei. Anschauung und Erfahrung lehren, dass in der Wüste alles Leben sterben muss. Fast alle Eigenschaften des Grabes - wie trostlose Ewigkeit, Gefangenschaft in der Nichtigkeit, Einsamkeit und Verlassenheit, Hunger, Durst, Ohnmacht, Zerstörung und Tod - sind zugleich Eigenschaften der Wüste. Wer sich in die Wüste hinausbegibt, der wird dort nicht nur an das Totenreich erinnert, sondern auch mit ihm konfrontiert. Die Wüste war aber auch der Ort, wohin man den Sündenbock trieb, um sich der Sünden des Volkes zu entledigen (Lev 16,10.21f).

Immer wieder werden mit der Wüste auch Hoffnungsperspektiven verbunden. Die Wüste ist Ort der Gottesbegegnung (Ex 3); in ihr war es Israel nach prophetischer Anschauung in idealer Weise möglich, seine Beziehung zu JHWH, seinem Gott, zu verwirklichen (Am 5,25; Hos 13,4f; Jer 2,2f). Daher wird sie auch zum Ort der Läuterung des Volkes, an dem eine neue Hinwendung zu JHWH möglich wird (Hos 2,16f).
Der Exodusweg in die Freiheit (Ex 16 – Dtn 34) ist untrennbar mit dem Durchzug durch die Wüste verbunden.
Dass Johannes der Täufer in der Wüste auftritt, um „den Weg des Herrn“ zu bereiten, knüpft an alttestamentliche Traditionen (vgl. bes. Jes 40) an. Der „Rufer in der Wüste“ wird mit Johannes dem Täufer identifiziert, und die von ihm ausgehende Wegbereitung für Jesus besteht im Ruf zur Umkehr.


Wasser in der Wüste:
Mose lässt auf die Anordnung Gottes in der Wüste Wasser aus einem Felsen sprudeln, um das murrende Volk zu versorgen (Ex 17,1-7 und Num 20,1-13). Das Motiv illustriert die Güte Gottes als dem wunderbaren Versorger Israels. Es wird an einigen Stellen aufgegriffen, um zu Ehrfurcht und Respekt gegenüber Gott anzuleiten (Dtn 8,15; Ps 114,8).
Das Jesajabuch beschreibt die Rückkehr Israels aus dem babylonischen Exil. Versorgte Gott Israel unter Mose mit einer einzelnen Quelle aus dem Felsen (Jes 48,21), so brechen nun Ströme auf, die ganze Landstriche neu bewässern (Jes 35,1-10; Jes 41,17-20; Jes 43,19f u.a.)
In 1.Kor 10,3-4 deutet Paulus im Rahmen einer auf das Herrenmahl bezogenen vergleichenden Betrachtung von Altem und Neuem Bund den Wasser spendenden Felsen auf Jesus Christus hin. Hierbei kommen die Bilder von Gott als „Fels des Heils“ und von Jesus als dem Geber lebendigen Wassers zusammen. Dass der Fels geschlagen werden muss, bevor er Wasser gibt, wird als Vorschattung der Kreuzigung verstanden.


Felsen:
Im Alten Testament werden hauptsächlich zwei Wörter für dieses Wort verwendet. Das eine Wort ist sela, „eine Erhöhung der Kraft, unbeweglich": Es wird symbolisch für den HERRN als Fels seines Volkes verwendet: „Der HERR ist mein Fels und meine Burg" (Ps 18,3). „Er hat meine Füße auf einen Felsen gestellt, meine Schritte befestigt" (Ps 40,3).
Das andere Wort ist tsur, ein Felsen, der im Allgemeinen spitz und steil ist, „ein Ort der Zuflucht und Sicherheit". „Du wirst mich auf einen Felsen leiten, der mir zu hoch ist." „Mein Vater bist du, mein Gott, und der Fels meiner Rettung!" „Mein Gott (ist) der Fels meiner Zuflucht." (Ps 61,3 u.a.)
In der Hebräischen Bibel wird Gott selbst ca. 35-mal als Fels bezeichnet. Das Bild steht neben einer Fülle anderer Bilder von Gott, die durchaus in Spannung zueinander stehen können. Dies zeigt, dass sie jeweils nur Aspekte Gottes, und zwar unterschiedliche Aspekte, veranschaulichen wollen.
Im Neuen Testament wird jeder, der das Wort des Herrn hört und tut, mit einem Mann verglichen, der sein Haus auf den Felsen baut, den nichts erschüttern kann (Mt 7,24.25) Der Herr sagte: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Versammlung bauen."
In der römisch-katholischen Auslegung wird der Fels traditionell mit der Person des Petrus identifiziert. Bei der protestantischen Auslegung steht dagegen das Bekenntnis des Petrus im Vordergrund: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes”, welches demnach Grundlage der Kirche bilden soll. (Mt 16,16-18)



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