Stern über Bethlehem

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Evangelische Kirchengemeinde Hilden/ Rheinland – Erlöserkirche
Die Große Weihnachtskrippe
Anschauliche Heilsgeschichte, Glaubensbotschaft, tiefe Symbolik und liebevolle Details




der Stall

Jesu' Geburt in einen Stall zu verlegen, hat somit symbolischen als auch praktischen Grund in der Krippenlandschaft: In ein geschlossenes Haus sieht man einfach schlecht ein!
Maria wird ihr Kind allerdings unter ganz normalen Umständen zur Welt gebracht haben. Dr. Ulrich Wendel, Redakteur von "Faszination Bibel", äußerte sich im Oktober 2010 sogar sehr kritisch gegen den Stall. Seine sachliche Beschreibung finde ich allerdings sehr plausibel und gebe davon ein paar Gedanken weiter:

Mit "Raum in der Herberge" ist nicht ein Zimmer im Gasthof gemeint, vielmehr ein Extrazimmer in einem Privathaus.
Das palästinensische Wohnhaus ist ein Einraumhaus. (In unserer Adventskrippe zeigen wir ein solches: das von Zacharias und Elisabeth.) Es wird dort gelebt, gekocht und geschlafen. Eine Lampe kann also das ganze Haus erleuchten (Matth. 5,15). Im tiefer gelegenen Eingangsbereich stehen nachts die Nutztiere, die tagsüber nach draußen getrieben werden. Für sie gibt es natürlich auch Futtertröge, die Krippen. Sie sind an der Kante des höher gelegenene Teiles in den Boden eingelassen.

Im Orient besteht eine starke Solidarität zu entbindenden Frauen. Erfahrene Frauen helfen bei der Geburt. Es wäre undenkbar, Maria in einen Stall auszuquartieren. Bei der Reise von Josef und Maria nach Bethlehem ging es nicht um eine Volkszählung und die Stadt war auch nicht wegen einer reichsweiten Reisewelle überfüllt. (Sämtliche Bewohner des gesamten Reiches in ihre Geburtststädte zu schicken, wäre ein logistisches Chaos gewesen. Das ordnet kein Beamter an.) Es wird um die Eintragung in Steuerlisten für Immobilien-Grundsteuer gegangen sein. Josef war Nachkomme der Königslinie und dürfte daher in der Davidsstadt Erbbesitz gehabt haben. Mit Sicherheit lebten dort Verwandte, bei denen die beiden unterkamen. Bloß mussten sie im zentralen Wohnraum des Hauses logieren und Jesus wurde dort in eine Futterkrippe gelegt!

Die Vorstellung wird bei zwei Evangelisten bestätigt:
Matthäus vermerkt von den Sterndeutern: "Sie gingen in das Haus."(Matth. 2,11)
Lukas sagt nichts von einem Stall, er weiß sogar von weiteren Hausbewohnern: "Und alle, die es hörten, wunderten sich über das, was ihnen von den Hirten gesagt wurde." Eine größere Gruppe von Zuhörern passt nicht zu einem Stall, in dem ein Elternpaar mit Kind kampiert, wohl aber zu einem Wohnhaus, dessen Familie Gastfreundschaft gewährt.

Jesus kam als normaler Mensch zur Welt. Ein Mensch in Armut. Komfortabel wird das Gastquartier nicht gewesen sein.

Das Stall-Ambiente soll uns die Weihnachtsbotschaft weder verzuckern noch als Märchen erscheinen lassen. Heimatliche Krippen beziehen das Weihnachtsgeschehen in den persönlichen Lebensbereich und die -zeit. In (alpenländischen) mitteleuropäischen Höfen hat das Vieh mit seiner Futterkrippe seinen Platz im eigenen Stall. Was bleibt der Trachten-Maria anderes übrig, als Jesus dort in die Krippe zu legen?
Sehen Sie den Stall als Einblickhilfe für unsere Teilnahme am Geschehen und als symbolischen Wink: bei Gott stehen uns die Türen offen...



Weitere Bilder:


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