Stern über Bethlehem

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Evangelische Kirchengemeinde Hilden/ Rheinland – Erlöserkirche
Die Große Weihnachtskrippe
Anschauliche Heilsgeschichte, Glaubensbotschaft, tiefe Symbolik und liebevolle Details




Schafherde

Der Zweck der Haltung einer Schafherde hatte Einfluss auf ihre Zusammensetzung und den Zeitpunkt der Schlachtung: Stand der Fleischverzehr im Vordergrund, wurden viele, insbesondere männliche Jungtiere, getötet. Eine Herde, die primär Wolle einbringen sollte, bestand vor allem als älteren kastrierten Tieren. Wenn die Herde auf Milchwirtschaft ausgerichtet wurde, waren vor allem ausgewachsene Mutterschafe erforderlich.
Die Opferkalender deuten an, dass die religiösen Festtage zeitlich so terminiert worden sind, dass genügend Jungtiere vorhanden waren, aber ihre Fütterung noch nicht notwendig war, so dass Kultbetrieb und Wirtschaftlichkeit sich vereinbaren ließen.

Im Neuen Testament wird das Lamm (ἀμνός amnos) häufig als Symbol für Jesus Christus verwendet. Mit Hilfe einer Passalammtypologie wird der gewaltsame Tod Jesu als befreiendes und das neue Gottesvolk begründendes Geschehen gedeutet.
Aus dem Mund des Täufers Johannes wird Jesus als „Lamm Gottes“ bezeichnet (Joh 1,29. 36). Besonders die apokalyptische Offenbarung stellt Jesus Christus als Lamm vor, das geschlachtet wird und regiert (Apk 5,6. 8. 12. 13 u.a., insgesamt 28 Belegstellen in der Apokalypse).
Unterschiedliche Aspekte werden bei der Bezeichnung Jesu als Lamm hervorgehoben:
a) Die Geduld, mit der er sein Leiden ertragen hat (Apg 8,32),
b) die Sündlosigkeit und Vollkommenheit des Opfers (1Petr 1,19); da Wolle besonders von neugeborenen Lämmern weiß ist, sind sie ein Bild der Unschuld.
c) Nach Joachim Jeremias symbolisiert das Lamm die sühnende Kraft des Todes Jesu, der die Sünden der Welt trägt (Joh 1,29. 36). In der Forschung nach Jeremias wird herausgestellt, dass das „Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt“ eine neuartige johanneische Wortbildung aus der Schule des Johannes sei und nicht in Nähe der Passatradition, sondern der tāmid-Tradtion stehe (vgl. Stuhlmacher).

Neben der Redeweise von Christus als Lamm steht die Anwendung der Hirtenmetapher auf Jesus, welche zugleich in gleichnishafter Rede die Jünger zu Schafen macht (Mt 10,16; Mk 14,27f.; Joh 10,11-18) und im Weltgericht (Mt 25) Schafe von Böcken scheiden lässt. Auch Menschen, die der Unterweisung bedürfen, können als Schafe ohne Hirten bezeichnet werden (Mk 6,34 par. Mt 9,36). Das Gleichnis vom verlorenen Schaf wird im matthäischen Kontext zur Mahnung, die Kleinen nicht zu verachten (Mt 18,12-14), und im lukanischen zur Pharisäerkritik und Ermutigung zur Freude über die Umkehr eines Sünders zu Gott (Lk 15,1-7).
Der Hebräerbrief nennt im Rahmen des Schlussgebetes die Christusprädikation „großer Hirte der Schafe“ (Hebr 13,20) und greift damit auf die im Alten Orient weit verbreitete Königstitulatur als Hirte der Herde zurück.




Schafe_2004Die ersten knubbeligen Schafe entstanden 2004 in Gemeinschaftsarbeit. Sie haben noch keinen Draht im Inneren, sind aus Eierkartonteilen vormodelliert und mit Zeitung nachgeformt.




Lamm_22013 brauchte der stehende Hirte ein Lämmchen. Dieses ist die erste Figur der neuen Schafe für die Krippe; filigran, detailliert und anatomisch "richtig"...








Schafe_2014_1Seit 2014 "züchten" wir eine neue Schafrasse für die Krippe. Die Herde wird nach und nach anwachsen, bis sie den Erstbestand ersetzen kann.
Diese Schafe sind eine Spezialzüchtung, in der ich Merkmale fusioniert habe, die wir für die Krippe brauchen: große Hörner des Widders, sonst schlank und mit zotteliger Wolle. Mir persönlich gefallen gerade Nasenbeine und stehende Ohren von kräftigen niederländischen Deichschafen besser als gebogene Nasenbeine und Hängeohren der alpinen Bergschafe.


schwarzes_Schaf_2Das schwarze Schaf (Figur von 2016)
Ein schwarzes Schaf galt früher als der vom Heil ausgeschlossene und verlorene Teufel, ein Bild für das Unglück anziehende Leute. Das schwarze Schaf stellt man daher in der Krippe immer am nächsten zum Christuskind – einmal, weil es das nötig hat, oder weil es das darf!
Unseres kniet zur Anbetung nieder… oder es steht gerade auf, wie Schafe das machen – erst mit dem Hinterteil.



Der Sündenbock:
Jom Kippur heißt wörtlich übersetzt „Tag der Sühne“, (im deutschen zumeist Versöhnungstag). Er ist der höchste jüdische Feiertag. Er wird im Herbst im September oder Oktober am 10. Tischri begangen. Zusammen mit dem zehn Tage davor stattfindenden zweitägigen Neujahrsfest Rosch Haschana bildet er die Hohen Feiertage des Judentums.
An diesem Tag der Sündenvergebung im Judentum machte der Hohepriester die Sünden des Volkes Israel bekannt und übertrug sie durch Handauflegen symbolisch auf einen Ziegenbock. Mit dem Vertreiben des Bocks in die Wüste wurden diese Sünden mit weggejagt.

Das Ritual wird im Buch Leviticus (3. Mose) im 16. Kapitel beschrieben. An diesem Tag wird auch das Schofarhorn geblasen. Wenn wir im bekannten Weihnachtslied singen „Christ ist erschienen, um uns zu versühnen“, dann zeigt das, dass Weihnachten für uns auch ein Versöhnungstag ist.

Unsere Krippe hat sowohl einen Ziegenbock als auch drei Schafböcke (oder Widder).



Schaf_Widder_OpfertierWidder im Dornengestrüpp (Figur von 2015)
Diese Figur lässt mehrere Deutungen zu. So mag der ein oder andere bei dem Schafbock in den Dornen zum Beispiel an das Gleichnis vom verlorenen Schaf denken.
Daneben ist er aber sicherlich auch ein Hinweis auf die Geschichte der sogenannten „Opferung Isaaks“.

Isaaks Opferung wird ja gerade noch von einem Engel verhindert. Die Geschichte wird im Judentum Akeda genannt, die "Bindung Isaaks", weil es ja schließlich keine Opferung gibt. Sie spielt eine zentrale Rolle im Judentum und hat auch einen sehr wichtigen Platz in der christlichen Theologie. Abraham bekommt einen schwer nachvollziehbaren Befehl: Er soll seinen geliebten Sohn Isaak auf dem Berg Moriah opfern, als Beweis seiner Treue und seines Glaubens an Gott. Erst ganz zuletzt fällt ihm ein Engel in den schon mit dem Messer erhobenen Arm und weist ihm einen Schafbock als Opfer statt des Sohnes zu.
Abraham erscheint wie ein Fanatiker, der alles tut für seine religiöse Mission – oder das, was er dafür hält. Einer, der keine Fragen mehr stellt, nicht nach rechts oder links sieht, einer der blind ist, vor lauter Gehorsam.
Nach Immanuel Kant hätte Abraham wissen müssen, dass der Opferbefehl nicht von Gott stammen könne, denn es sei nicht möglich, dass Gott dem moralischen Gesetz widerspreche. Abrahams Antwort auf Gottes Begehren hätte deshalb nach Kant lauten müssen: «Dass ich meinen guten Sohn nicht töten solle, ist ganz gewiss; dass aber du, der du mir erscheinst, Gott seist, davon bin ich nicht gewiss und kann es auch nicht werden, wenn auch die Stimme vom (sichtbaren) Himmel herausschallte.»

Die aufklärerische Reduktion der Religion auf vernünftige Ethik wird der Geschichte aber sicherlich nicht gerecht. Auf alle Fälle lässt uns der Schafbock fragen nach Glauben, Gehorsam und Opfer. Er ist somit auch Hinweis auf den Opfertod Jesu Christi.



Weitere Bilder:


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