Stern über Bethlehem

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Evangelische Kirchengemeinde Hilden/ Rheinland – Erlöserkirche
Die Große Weihnachtskrippe
Anschauliche Heilsgeschichte, Glaubensbotschaft, tiefe Symbolik und liebevolle Details




Schlange

In Gen 3, 1 nimmt die von Jahwe geschaffene Schlange die Rolle eines Tricksters ein. Sie gilt als das klügste aller Tiere. Hinter dem Begriff עָרוּם ‘ārûm steht vielleicht ein Wortspiel mit dem Wort עָרוֹם ‘ārôm „nackt“, das sich auf das Aussehen der Schlange bezieht und auf das der Menschen (Gen 2,25) anspielt. Die Eigenschaft der Schlange als klügstes und listigstes aller Tiere wird verschieden erklärt: Einerseits wird auf ihr unerwartetes Angreifen in der Natur verwiesen (vgl. Gen 49,17), andererseits auf ihre Häutung und ihre Fähigkeit, Gift zu produzieren. Im Zusammenhang von Gen 3 zeigt sich ihre Überlegenheit gegenüber anderen Tieren darin, dass sie sprechen und denken kann und den Baum der Erkenntnis kennt. Listig bedient sie sich fast wörtlich des göttlichen Gebots von Gen 2,17, um dieses gleichzeitig in Frage zu stellen. Schließlich hat die Schlange in Gen 3 sogar Anteil an der numinosen Welt, denn sie weiß mehr als die Menschen und öffnet diesen durch ihr Wissen die Augen. Das Handeln der Schlange lässt die Menschen einerseits das Paradies verlieren, andererseits das Wissen um ihre Menschlichkeit gewinnen. Die Schlange ist Sinnbild für das rätselhaft in der Welt vorhandene Böse, die Verführung zum gottwidrigen Tun. Gott bestraft sie, indem sie ihr Leben lang auf dem Bauche kriechen muss...

In 4. Mose 21,6-9 wird berichtet, dass der Herr „feurige Schlangen“ für das widerspenstige Volk schickte; zweifellos Giftschlangen.
In Palästina sind Klima und Boden sehr geeignet für Reptilien.

Beim Propheten Jesaja 11, 8 findet sich die Weissagung für das Friedensreich des Messias': Das Kind wird ohne Gefahr am Loch der Otter spielen.

Die Offenbarung identifiziert sie als Satan.

Nach Physiologus ist sie mit ihrer Häutung Vorbild für den Menschen, das Kleid der Sünde abzulegen.



In Palästina leben ca. 36 meist ungiftige Schlangenarten. Eine eindeutige Identifizierung der hebräischen Schlangenbegriffe aus der Bibel mit in Palästina lebenden Schlangenarten ist schwierig, da den Texten ein der heutigen Zoologie ähnliches Verständnis zur Klassifizierung von Tieren fehlt. Dagegen zeugen die Texte von genauer Beobachtungsgabe, wenn sie vom Kriechen der Schlangen über Felsen (Spr 30,19) sprechen, von ihrem Lebensraum in Mauern und Löchern (Pred 10,8; Am 5,19), ihrer Taubheit (Ps 58,5) oder ihrem Zischen und Züngeln, das in den Schlangennamen teilweise zum Ausdruck kommt (צֶפַע ṣæfa‘ / צִפְעוֹנִי ṣif‘ônî; שְׁפִיפוֹן šəfîfôn; אֶפְעֶה ’æf‘æh; → Otter).

Die Paradieserzählung (Gen 2-3) bietet u.a. eine Ätiologie für die Lebensweise der Schlange: Sie lebt in Feindschaft zum Menschen und kriecht am Boden (Gen 3,14f). Dass die Schlange erst kriecht, nachdem Gott sie verflucht hat, hat zu der Vorstellung geführt, sie habe zuvor Beine gehabt und sei aufrecht gegangen.

Nach Gen 3,14 frisst die Schlange Staub. Diese negative Konnotation hat die Schlange auch in der Prophezeihung in Mi 7,17, die die unter Jahwes Macht zitternden Nationen mit einer kriechenden und Staub leckenden Schlange vergleicht.
Die biologisch gesehen falsche Aussage, dass die Schlange Staub frisst, könnte auf der Beobachtung beruhen, dass die Schlange in der Erde lebende Beutetiere aufspürt und sie mit ihrem Speichel umgibt, so dass Staub an ihrem Maul kleben bleibt. Typologisch unterstreicht die Aussage, dass die Schlange Staub frisst, ihr Leben am Abgrund des Todes: In Gen 3,19 wird gesagt, dass der Staub als Baumaterial des Menschen dessen sterblichen Überrest darstellt. Dieser wird wiederum von der Schlange verspeist. Dagegen gilt in Jes 65,25 die Tatsache, dass die Schlange lediglich Staub frisst, als Zeichen des Friedens und der gebannten Gefahr.



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